Gamer Headsets 2012 – Bester Sound beim Zocken

Vorsicht, sei ruhig und bewege dich nur langsam! Eine Seuche ist ausgebrochen und verwandelt harmlose Menschen in blutrünstige Zombies. Untote, die nur darauf warten, dir dein Gehirn zu rauben um es genüsslich zu verspeisen. Du bist unsere letzte Chance, schleiche dich durch dieses Gebäude und aktiviere den Stromgenerator ohne den wir kein Licht in unserem Unterschlupf haben.

Das kommt dir bekannt vor? Kein Wunder, viele Spiele beginnen so oder so ähnlich. Da die Munition knapp ist, musst du dich geschickt an den Untoten vorbeischleichen. Doch der Feind sitzt dir schon im Rücken – kaum achtest du kurz nicht auf deine Umgebung, schon packt dich eine modrige Hand an der Schulter. Schade nur, dass du hinten nichts hören konntest weil deine Lautsprecher nur vor dir stehen oder du nicht perfekt im Surround-Winkel sitzt.

Die Zeiten massiver Lautsprecherwände neben dem Gaming-PC oder der Konsole sind vorbei. Der moderne Gamer nimmt Rücksicht auf seine Mitmenschen und freut sich über den satten Sound eines hochwertigen Headsets. Zugegeben, die Möglichkeit mittels des Mikrofons mit anderen Spielern in Kontakt zu bleiben ist auch ein verlockender Vorteil beim Headset-Gaming.

Doch es gibt Unterschiede – nicht nur beim Klang sondern auch beim Tragekomfort der einzelnen Headsets. Massive Unterschiede gar, so dass vor dem Kauf eines Headsets einige Punkte bedacht werden sollten. Dazu kommt die knifflige Entscheidung „Kabel oder Funk“ sowie die angepeilte Preisklasse.

Gamer Headsets – wer braucht so etwas eigentlich?

Natürlich lassen sich an den PC oder die Spielekonsole auch normale Lautsprecher anschließen. Für Raumklang muss dabei aber schon einiges an Aufwand betrieben werden: Positionen für Front- und Rücklautsprecher wollen gefunden werden, der Subwoofer nimmt Platz weg, der Raum wird durch zahlreiche Kabel verunstaltet und sobald man sich von seinem Zocker-Sitz erhebt verschwindet der Raumklangeffekt – wer den Stuhl öfter verrückt muss ebenso oft nachkonfigurieren um den perfekten Klang zu erreichen. Und um Mitternacht mit adäquater Lautstärke auf den virtuellen Schlachtfeldern Panzer knacken wird von den Nachbarn und eventuell ebenfalls vorhandenen Familienangehörigen auch eher selten gerne gesehen.

Besser macht es da ein Gaming Headset. Aufgesetzt, eingesteckt und losgezockt – der umständliche Aufbau entfällt und auch ein Mikrofon ist bereits enthalten, so dass sich Taktiken mit dem Kumpel perfekt absprechen lassen. Es muss aber nicht immer ein Gaming-Headset sein, andere Anwendungsbereiche erfordern unter Umständen anderes Equipment.

Kopfhörer

Sennheiser RS 180 Digitales Funkkopfhörersystem (110 dB) mit Aussteuerungsautomatik und Balanceregler schwarzSteht nicht die Sprachkommunikation sondern ein möglichst guter Klang an erster Stelle auf der Audio-Wunschliste, dann empfiehlt sich anstelle eines Headsets eher ein HiFi-Kopfhörer. Hochwertige Modelle bieten einen erstklassigen Klang, so dass angehörte Musikstücke sich anhören als wäre der Künstler ebenfalls im Wohnzimmer anwesend. Mitsamt seiner Band oder dem Orchester. Vor allem für klanglich anspruchsvolle Musik wie Jazz oder Klassik ist ein guter Kopfhörer ein Pflichtprogramm. Gamer-Headsets bieten zwar einen brauchbaren Klang, können HiFi-Fans aber nicht zufriedenstellen.

Wer sich einen hochwertigen Kopfhörer zulegt und dennoch damit ab und an Zocken möchte: Kein Problem, für Sprachchat per Teamspeak oder Mumble lässt sich einfach ein Mikrofon hinzustecken – beliebt sind hier Modelle die am Kragen angesteckt werden können.

Office- und Mobil-Headsets

Weniger fürs Gaming sondern eher für VoIP (Voice over IP) und Spracherkennungsprogramme sind die zahlreichen Officeheadsets geeignet. Die meist eher leichten Ohrhörer sind weniger für bombastische Klangwelten gedacht als für Sprache. Gamer sollten hier genauso die Finger davonlassen wie Büroarbeiter sich besser kein Gaming-Headset zulegen sollten. Diese drücken nämlich nach einiger Tragezeit mitunter recht stark auf dem Kopf und bieten oft ein übertriebenes Bass-Fundament durch das sich Gesprächsteilnehmer nur schwer verstehen lassen.

Mobile Headsets werden zumeist per Bluetooth kabellos verbunden und sind primär als Ohrstecker für die Nutzung am Smartphone vorgesehen. Für Spiele eignen sich diese Modelle so gut wie gar nicht – zu schlecht sind die Klang- und Mikrofoneigenschaften. Anders herum wird wohl kaum ein Gamer mit seinem Spieleheadset auf dem Kopf mit dem Smartphone telefonieren.

Gamer Headsets

Razer Orca Gaming Kopfhörer grünGamer sind eine einzigartige Zielgruppe: Schwer zufriedenzustellen, dafür unter Umständen aber auch entsprechend großzügig beim Verteilen ihres Peripherie-Budgets. Für einen guten Klang lohnt sich die Investition einiger zusätzlicher Euros aber tatsächlich, wird der Ton im Spiel doch zumeist sträflich vernachlässigt. Immer bessere Grafik, klügere KI und realistischere Physik bringt eben nur wenig, wenn der mächtige Wasserfall im Spiel klingt wie ein kaputter Wasserhahn. Dazu kommen die gesteigerten Forderungen an Sprachkommunikation per Skype oder Teamspeak: Kaum ein Spiel kommt mehr ohne Multiplayermodus aus. Und ein Multiplayergame bringt nur dann so richtig Spaß, wenn der Spieler sich mit seinen Teamkollegen austauschen kann – und sei es nur ein panisch dahingebrülltes „Mist, da lag ne Mine im Weg herum“, gefolgt von viel Gelächter in den Ohrhörern. Entsprechend muss nicht nur der Kopfhörerteil des Headsets hochwertig ausfallen sondern auch das Mikrofon eine verständliche Sprachkommunikation ermöglichen. Dazu sollte das Headset auch bei der Wiedergabe von Musik nicht scheitern.

Gamer Headsets im Test

Was zählt ist der Klang! Auf diesen Satz ließe sich die Suche nach dem perfekten Gamer Headset eingrenzen – wenn es denn stimmen würde. Es zählen allerdings noch deutlich mehr Punkte als nur der reine Klang, wenngleich dieser am Ende sicherlich den Ausschlag geben wird.

Vor dem Kauf eines Gamer Headsets gilt es aber noch einige andere Punkte abzustecken. Soll das Headset am Kabel hängen oder per Funk arbeiten? Wie teuer darf es sein und wie groß? Auch ein zu hohes Gewicht ist nicht immer praktisch, drücken schwere Headsets doch oft nach einiger Zeit auf den Kopf. Gleiches gilt für zu straff eingestellte Spanngurte über dem Kopf – während zu labberige Befestigungen das Headset zu schnell rutschen lassen. Ein Spaß, wenn man sich einmal nach vorne beugen muss und das Headset auf den Tisch fällt.

Auch die Frage, ob das Headset am PC oder einer Konsole eingesetzt werden soll, muss geklärt werden. Zwar funktionieren die meisten konsolentauglichen Headsets auch am PC, allerdings lässt sich nicht jedes PC-Headset auch an jeder Spielekonsole einsetzen.

In Headset-Tests wird daher neben dem reinen Klang auch stark auf die Ergonomie des Headsets eingegangen. Dazu gehört nicht nur der Tragekomfort sondern unter Umständen auch die Länge des Anschlusskabels. Da sich bei vielen Modellen auch Bedienelemente für die Lautstärkeregelung finden, ist auch die Bedienung ein nicht zu unterschätzender Faktor, der zu Recht in guten Tests angesprochen wird. Selbstverständlich geht es aber trotz allem auch immer noch um den Klang des Headsets.

Klangliches

Sennheiser PC 360 G4ME HeadsetDie wichtigste Eigenschaft eines Headsets zuerst: Der Klang entscheidet final über die Tauglichkeit eines Headsets – da kann das Gerät noch so gut auf dem Kopf sitzen und den Ohren mit samtener Beschichtung schmeicheln, wenn der Klang nicht stimmt lohnt sich der Kauf nicht. Ein Headset ohne viel Schnickschnack wäre beispielsweise das Sennheiser PC 360 – ein nicht ganz preiswertes aber dafür auf ganzer Linie überzeugendes Kabel-Headset. Angeschlossen wird es mittels 3,5 mm Klinkenstecker, so dass es sich nicht nur für den PC eignet sondern für alle Geräte mit entsprechenden Ein- und Ausgängen – und als Kopfhörer auch an normalen Stereoanlagen oder am TV. Ein weiterer Vorteil: Besitzer einer guten PC-Soundkarte wie der Soundblaster X-Fi des Herstellers Creative profitieren zudem von den Klangverbesserungen der Soundkarte und können einen überzeugenden virtuellen Surround hinzufügen obwohl das PC 360 ansonsten nur für Stereoton vorgesehen ist. Dazu kommt ein sattes Bassfundament, um bei Spielen wie Battlefield 3 jeden Granateneinschlag nicht nur zu hören sondern auch zu spüren. Doch auch feine Details sind perfekt zu hören – mehr Klang bietet nur ein hochwertiger und meist noch deutlich teurerer HiFi-Kopfhörer!

Kabellose Headsets hatten lange Zeit keinen guten Ruf bei Gamern – durch den für die Funkverbindung komprimierten Sound litt der Klang teils gewaltig und zudem störten Verbindungsabbrüche und Rauschen den Spielgenuss. Mit dem Logitech G930 gehören diese Krankheiten der Vergangenheit an. Das Funkheadset setzt auf die 2,4-GHz-Übertragung und bietet nicht nur einen einwandfreien Klang sondern auch Raumklang via Dolby Headphone. Echte Surround-Lautsprecher sind indes nicht im Headset verbaut, Dolby Headphone ist nur eine trickreiche Surround-Simulation mit recht guten Klangeigenschaften. Für Musikfreunde ist das G930 zwar nur bedingt geeignet, Gamer hingegen dürften glänzende Augen bekommen wenn die Lautsprecher des Headsets aufdrehen und mit ihrem knackigen Bass beeindrucken.

Wer weniger Geld investieren mag, kann oder muss sollte sich das Siberia V2 von Steelseries genauer anschauen respektive anhören. Das schnörkellose Headset bietet ebenfalls einen überzeugenden Gaming-Klang, verzichtet aber auf Surround-Simulationen und umfangreiche Equilizereinstellungen. Im Gegensatz zu anderen Modellen betont Steelseries allerdings die Sprachverständlichkeit gegenüber dem Bass, so dass sich das Siberia V2 auch sehr gut fürs Clan-Gaming bei mitlaufendem Teamspeak eignet.

Ergonomie

Wenn nach einigen Stunden der Kopf drückt und die Ohren schwitzen wird wahrscheinlich das Headset nicht korrekt sitzen. Zu enge Kopfbänder sorgen zwar für einen bombastischen Halt des Headsets, drücken auf Dauer aber stark und sorgen für Kopfschmerzen. Besser ist es, wenn ein Headset wie das Sennheiser PC360 beim Tragen nicht stört, ja nicht einmal wirklich auffällt, dabei aber dennoch fest auf dem Kopf sitzt und auch bei schnellen Kopfbewegungen nicht verrutscht. Dafür ist auch das geringe Gewicht von nur 255 Gramm verantwortlich. Perfekt gewählt hat Sennheiser zudem das Polstermaterial der Ohrhörer – kein Kunstleder sondern eine samtartige Oberfläche schmeichelt dem Ohr und verhindert störendes Schwitzen. Ebenfalls in den Punkt der Ergonomie ist die Bedienung der Lautstärketasten zu zählen: Sennheiser verbaut hier eine Regelung direkt am rechten Ohrhörer. Da dieses Jogdial recht groß ausgefallen ist, sucht der Nutzer nicht umständlich nach der Lautstärkeregelung – ideal. Das Mikrofon wird elegant durch einfaches hochklappen deaktiviert.

Logitech G930 PC-Gaming Kopfhörer schnurlosWeniger leicht und daher etwas unkomfortabler auf dem Kopf fällt das Funkheadset Logitech G930 aus. Kein Wunder, sitzen im Headset neben den Lautsprechern auch noch die Akkus für den Funkbetrieb. Brillenträger allerdings ärgern sich weniger über das Gewicht sondern mehr über die zu dicke Polsterung der Ohrhörer. Diese drückt nach einiger Zeit die Brillenbügel fest an den Kopf, was schnell schmerzhaft wird. Praktisch hingegen ist der Verzicht auf ein Kabel. Viele Headsets kommen mit sehr langen Kabeln daher, welches zwar dem Radius des Nutzers zuträglich ist aber sich auch schnell in den Rollen von Bürostühlen verheddert und generell gerne als Fußangel agiert. Bei einer Reichweite von mehr als 10 Metern, etwas weniger wenn Wände im Weg sind, herrscht beim G930 absolute Freiheit. Die Skills in der Klasse „Knoten lösen“ hingegen verkümmern mit der Zeit. Bedient wird das Logitech-Headset mit im Ohrhörer angebrachten Reglern die sowohl für die Lautstärke als auch für das Ein- und Ausschalten des Mikros zuständig sind.

SteelSeries Siberia v2 Full-Size Headset weißDas Siberia V2 von Steelseries zeigt sich auch hier schnörkellos: Es sitzt gut auf dem Kopf, drückt nur ein wenig und die Ohrhörer umschließen selbst große Ohren sehr gut. Die Lautstärke wird mittels eines im Anschlusskabel eingelassenen Reglers bedient, hier lässt sich auch das Mikro stumm schalten. Praktisch ist, dass sich das Mikrofon bei Nichtbenutzung im Ohrhörer versenken lässt. Das nur zwei Meter kurze Anschlusskabel hingegen weckt zwiegespaltene Gefühle: zwar verheddert man sich in einem kurzen Kabel nicht so schnell, dafür ist die Bewegungsfreiheit um den PC herum etwas eingeschränkt.

Alles in allem bieten alle drei Headsets überzeugende innere und äußere Werte. Wer Wert auf maximale Beinfreiheit legt, sollte zu Logitechs G930 greifen – hier stimmt auch der Klang. Einzig Brillenträger sollten das Headset vor dem Kauf längere Zeit zur Probe tragen, da es im Bereich der Brillenbügel drücken könnte. Gamer die mit einem Kabel leben können, dürfen hingegen uneingeschränkt zum Sennheiser PC360 greifen: der Klang ist hervorragend und kommt fast an den guter HiFi-Kopfhörer heran, die Ergonomie ist ebenfalls vorbildlich. Das Steelseries Siberia V2 ist dafür der Preistipp – unauffällig in Klang und Bedienung erfreut es doch umso mehr den Geldbeutel des potentiellen Käufers.

Fazit

Eigentlich sollte ein Headset vor dem Kauf ausprobiert werden. Zu unterschiedlich sind die Klangwahrnehmungen der einzelnen Personen, zu unterschiedlich sind die Kopfformen, von denen es abhängt ob das Headset gemütlich sitzt. Vor allem Brillenträger sollten aufpassen, dass das Headset nicht zu stark drückt, da sonst die Brillenbügel in den Kopf gedrückt werden könnten.

Da Headsets aber als Hygieneartikel laufen, ist es im Normalfall nicht möglich, ein benutztes Modell nach dem Kauf wieder zurück zu geben. Vor allem im stationären Einzelhandel wo eine Rückgabe ohne einen Defekt nur aus Kulanz möglich ist sollte auf diesen Punkt geachtet werden – doch auch viele Onlineshops weigern sich, benutzte Headsets zu retournieren wenn kein Defekt vorliegt. Ein Tipp sind daher Geschäfte, in denen die einzelnen Modelle vor Ort ausprobiert werden können.

Die drei hier genannten Headsets sind allerdings, von den jeweils genannten kleinen Einschränkungen abgesehen, für fast alle Gamer empfehlenswert. Vor allem beim Sennheiser trifft ein sehr guter Klang auf fast perfekte Ergonomie. In Verbindung mit einer hochwertigen Soundkarte ist es ein Genuss, mit diesem Headset Musik zu hören oder Spiele zu spielen.

Anstatt den stinkenden Atem des Zombies im Nacken zu spüren, hört der Headset-Gamer mit einem guten Headset den Untoten schon aus einiger Entfernung herbeischlurfen und kann sich in aller Ruhe vor dem Wiedergänger verstecken oder ihm mit einem boshaften Grinsen im Gesicht aus der Deckung auflauern.